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Fangverbot für Papageifisch

Text: Lukas Scheid

Fische, die eine wichtige Rolle fürs Überleben der Korallenriffe spielen, dürfen auf den Malediven nicht gefangen werden. Auf der Liste dieser Fische steht nun auch ein besonders farbenfrohes Exemplar.

Der Papageifisch, auf Englisch Parrotfish genannt, kann dabei helfen, die Auswirkungen einer Korallenbleiche zu minimieren. Die Bleiche ist eines der verheerendsten Phänomene für das Ökosystem der Korallenriffe auf den Malediven. Der Papageifisch frisst die Algen von den Korallen, was diesen die Erholung erleichtert.

Professor Callum Roberts ist Meeresbiologe an der Exeter University in Großbritannien. Er forscht seit 25 Jahren an Korallenriffen und sagt: „Forschungen haben gezeigt, dass sich Riffe mit niedriger Anzahl von Papageifischen viel langsamer erholen als Riffe mit reichlich Nachwuchs.“ Er freue sich daher über die Entscheidung der Regierung der Malediven, die Spezies auf die Fangverbotsliste zu setzen. Es ist das erste Mal seit 25 Jahren, dass für einen in den Korallenriffen beheimateten Fisch ein Fangverbot ausgesprochen wurde.

Der Papageifisch ist beliebt auf den Fischmärkten der Malediven. Mehr und mehr Fischer hätten es in letzter Zeit auf ihn abgesehen und würden große Mengen fischen, berichtet Yoosuf Abdul Rahman, ein Fischer von der Malediven-Insel Kaafu Dhiffushi.

Die Kampagne #FishForTomorrow der Blue Marine Foundation, die sich für den Schutz der Korallenriffe auf den Malediven einsetzt, hatte das Fangverbot erst kürzlich gefordert und fand breite Unterstützung in NGO-, Wissenschafts- und Fischereikreisen.

Die vermutlich bekannteste Gattung des Papageifisches ist der Büffelkopf-Papageifisch, der seinen Namen aufgrund seiner Kopfform erhalten hat. Das besondere an dieser Gattung ist, dass ihre Ausscheidungen, die aus Sand bestehen, maßgeblich zur Bildung der Sandbänke und Lagunen der Malediven-Inseln beitragen.