Umweltschutz auf den Malediven: ein „Nemo“ für zuhause
Im Film hat die Suche nach einem Clownfisch Erfolg, in freier Natur bleibt sie vielerorts vergeblich. Nach dem enormen Kinoerfolg von „Findet Nemo“ wurde eine Vielzahl der Tiere gefangen und an Aquariumsbesitzer verkauft. Ein Projekt auf den Malediven soll ihren Bestand sichern.
Durch einen Animationsfilm von Pixar wurde ein weiß-orange-gestreifte Meeresbewohner vor einigen Jahren über Nacht weltbekannt. In „Findet Nemo“ sucht ein Clownfisch seinen Sohn. Der Filmerfolg kam seine Artgenossen im echten Leben teuer zu stehen: Viele Menschen wollten einen der bunten Fische für das heimische Aquarium haben, die Tiere wurden dafür in freier Natur gefangen. „Das hat dazu geführt, dass es in vielen Regionen gar keine mehr gibt“, sagt Meeresbiologe Yoan Sabathé. Auf den Malediven forscht der Franzose daher an einer Clownfisch-Zucht.
Clownfisch-Zucht auf den Malediven
Das Programm auf der Insel Landaa Giraavaru soll die frei lebenden Tiere und damit auch das Ökosystem der Riffe schützen. „Die Fische leben in einer Symbiose mit Seeanemonen“, erklärt Sabathé. „Diese bieten den Clownfischen mit ihren für viele Tiere gefährlichen Tentakeln Schutz. Im Gegenzug verteidigen die Fische die Anemonen gegen deren Feinde.“ Sabathés Projekt kommt nicht nur der Unterwasserwelt zugute. Für die Malediver, die sonst auf Fischfang und Tourismus angewiesen sind, stellt es eine mögliche weitere Einnahmequelle dar.
Unterstützung durch Luxusresort Four Seasons
Finanziert wird das Clownfisch-Projekt vom Four Seasons Resort Landaa Giraavaru im Baa Atoll. Ganz uneigennützig ist das Engagement nicht. Die Zucht im Marineforschungszentrum der Insel hat sich zu einer Touristenattraktion entwickelt. Gäste des Luxusresorts können nicht nur die Clownfische bewundern, sondern auch miterleben, wie verletzte Schildkröten versorgt, Korallen gezüchtet und Mantas erforscht werden. Infotafeln und Videos liefern Wissenswertes zu den Projekten, zudem halten die Biologen vor Ort regelmäßig Vorträge.
Für die Clownfisch-Zucht lebt ein Fischpaar gemeinsam mit einer Anemone in einem Aquarium. Das allein garantiert aber noch keinen Nachwuchs. Die Zucht von Meeresfischen sei nicht so leicht wie die von Süßwasserfischen, die schon lange betrieben werde, sagt Sabathé. „Man muss sehr vorsichtig mit den Larven umgehen, die Art und Menge des Futters anpassen und auf die Wasserqualität achten.“
Happy End für Nemo?
Bis aus den bis zu 1500 Eiern tatsächlich Larven geschlüpft und schließlich kleine Clownfische entstanden sind, vergehen zwei bis drei Monate. Jedes einzelne Tier soll den Maledivern später einen Euro einbringen – ein gutes Geschäft. Das war „Findet Nemo“ auch für seine Produzenten Walt Disney und Buena Vista. Der Film spielte eine Milliarde Euro Gewinn ein. Gelingt Meeresbiologe Sabathé auf Landaa Giraavaru jetzt noch die Zucht von Clownfischen, wäre das fast ein Hollywood-reifes Happy End.
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