Wassersport-Trend Wingfoiling: Schwerelos über dem Meer
Ein leises Zischen, dann hebt sich das Board wie durch Zauberhand aus dem Meer. Mühelos gleitet es durch die glitzernden Wellen. Oder besser: mehrere Zentimeter darüber. Doch nicht Magie, sondern das Zusammenspiel aus Wind, Wasser, Technik und Ausrüstung lässt die Wassersportler schweben. Immer mehr Menschen suchen das berauschende Gefühl von Schwerelosigkeit beim Wingfoilen – im Inselparadies der Malediven, aber auch näher an der Heimat.
Wingfoiling: Erfolgserlebnisse ab der ersten Stunde
Aufs Board knien. Balance finden. Den Wing anheben und in die richtige Position bringen. Als das Board Fahrt aufnimmt, stelle ich erst ein Bein auf, dann das zweite, mittig, etwa schulterbreit. Nun noch Blick und Hüfte nach vorne richten, den vorderen Arm gestreckt lassen, nicht verkrampfen. Bis hierhin klappt alles. Plötzlich meldet sich Benni. „Ok, eine Runde noch“, ruft mein Coach mir zu. Was? Schon vorbei? Die letzten 120 Minuten sind vergangen wie, nun ja, im Flug.
Wörtlich ist das nicht zu verstehen. Bis ich elegant übers Wasser fliege wie die Könner um mich herum, braucht es mehr als eine Doppelstunde. Dennoch: Schon am ersten Tag stellen sich Erfolgserlebnisse ein, die Mut machen. Die erste Fahrt auf Knien, die erste Wende, die ersten Meter im Stehen. Fällt man runter, ist man in Sekundenschnelle zurück auf dem Board. Bereit für den nächsten Anlauf.

„Das Coole am Wingfoilen ist, dass man von der ersten Stunde an mit Board, Foil und Wing aufs Wasser geht“, bestätigt Jelle Stoop, Gründer und Eigentümer der Foil School Nederland. „Natürlich vermitteln wir die Basics am Strand. Aber im Anschluss daran kann jeder sofort die ersten Versuche im Wasser unternehmen.“
Das Beste aus drei Wassersport-Welten
Wingfoiling, das ist ein Mix aus Windsurfen, Kitesurfen und Stand-up-Paddling, allerdings mit seiner ganz eigenen Faszination. Das Board ist mit einem Hydrofoil ausgestattet. Diese spezielle Tragfläche befindet sich unter Wasser und erzeugt, bei entsprechender Geschwindigkeit, den Auftrieb.
Auf dem Board hält der Fahrer einen aufblasbaren Wing in beiden Händen. Leinen wie beim Kitesurfen gibt es nicht. Sobald der Wind in das federleichte Segel greift, beschleunigt das Board und das Hydrofoil hebt den Fahrer aus dem Wasser. Der Rest ist ein einziger Traum von Schwerelosigkeit.
Top Wingfoil-Bedingungen auf den Malediven
Und wo sollte er schöner Wirklichkeit werden als vor der Traumkulisse der Malediven? In den flachen Lagunen mit ihrer spiegelglatten Oberfläche lernen Anfänger das Aufstehen spielend leicht. Fortgeschrittene zieht es eher hinaus zu den Riffen, wo sie über die kleinen und mittleren Wellen cruisen. Das warme Wasser macht Neopren überflüssig, kalte Finger bekommt man nie. Für konstante Winde sorgen der Südwest-Monsun zwischen Mai und Oktober und der Nordost-Monsun von Dezember bis März.

Dass man bei einer großen Bandbreite von Windstärken Wingfoilen kann, ist ein großer Pluspunkt der Sportart. Für Anfänger hat die Windstärke oft einen direkten Einfluss auf den Lernerfolg. „Je schwächer der Wind ist, desto einfacher ist es, die Mechanismen des Wingfoiling zu verstehen“, erklärt Jelle. „Allerdings ist das Fahren dadurch etwas technischer. Bei stärkeren Winden steigt man leichter auf, dafür ist die Fahrt schwieriger zu kontrollieren.“
Der „sanfte Weg des Windsurfens“
Besondere Voraussetzungen erfordert Wingfoiling nicht. Zwar kann körperliche Fitness helfen, sich schneller zu verbessern, doch grundsätzlich ist der Sport für fast jeden zugänglich. „Und er ist für alle Altersgruppen geeignet, von den Kids bis hin zur älteren Generation“, meint Jelle. „Die zweitgrößte Altersgruppe, die im Web nach Wingfoiling sucht, ist die zwischen 55 und 65 Jahren.“ Viele ehemalige Windsurfer, die ihre Leidenschaft schon aufgegeben hatten, kämen wieder zurück aufs Wasser. „Weil Wingfoiling ein sanfterer Weg des Windsurfens ist. Man prallt nicht ständig aufs Wasser und hat weniger Power im Segel.“
Wingfoilen mit Kindern: bloß keine Krebse!
Auch am unteren Ende der Altersskala kann man sich für Wingfoiling begeistern. Meinen Kurs buche ich gemeinsam mit meiner Tochter. Mit ihren sieben Jahren entpuppt sie sich als Naturtalent. In ihrer ersten Stunde steigt sie mit trockenen Haaren aufs Board und kommt mit trockenen Haaren zurück an Land. Nicht einen einzigen Sturz hat sie zu verzeichnen. Das beeindruckt sogar Coach Benni. Vermutlich ist ihr guter Gleichgewichtssinn genauso verantwortlich für den gelungenen Balanceakt wie ihre – völlig unbegründete – Sorge vor glitschigen Quallen und zwickenden Krebsen im Meer.
Zeeland ist der Wassersport-Hotspot der Niederlande
Die durchsichtigen Nessel- und die hartschaligen Krebstiere haben schlicht anderes vor, als Wingfoil-Einsteiger wie uns zu belästigen. Dabei gibt es unzählige davon an unserem Übungs-Spot. Wir sind zum Brouwersdam in Zeeland gereist, das seit Langem als Wassersport-Hotspot in den Niederlanden gilt. Zwischen den Orten Scharendijke und Ouddorp hat Jelle die idealen Bedingungen für seine Wingfoil-Schule ausgemacht.
Foil School Nederland: Lernen von den Pionieren
Die Foil School Nederland gibt es seit 2021. Damit zählt Jelle zu den Pionieren des Sports in den Niederlanden. Als Team Rider nahm er früher häufig an Wettbewerben teil, inzwischen liegt sein Fokus darauf, neue Leute für den Sport zu begeistern.
Angefangen hat seine Foil-Schule mit zwei Boards und Foils, eines neu, eines sein ehemaliges Demo-Board. Die Wings waren Second Hand. „Weil es kaum neue Ausrüstung zu kaufen gab“, erklärt Jelle. Inzwischen hat sein Unternehmen andere Dimensionen angenommen. Zwölf Boards nutzt er zum Schulen, zudem gibt es jede Menge Leih-Equipment. Mehr als ein halbes Dutzend Coaches kümmert sich unter seiner Leitung um Wingfoil-Einsteiger.
Einen festen Sitz hat die Foil School Nederland nicht. Jelles hellblauer Anhänger ist mobiles Büro und Lagerhalle in einem. Vollgestopft mit Boards, Wings und Wetsuits steht das Gefährt mal am Nordseestrand, mal am Grevelingen, einer ehemaligen Meeresbucht gleich auf der anderen Seite des Brouwersdam. So können die Coaches bei jeder Windrichtung schulen, 360 Grad.
Darüber hinaus veranstaltet Jelle spezielle Wingfoil-Camps, mal am Gardasee in Italien, mal an Irlands wilder Küste in Brandon Bay, mal im sonnigen El Médano auf Teneriffa. Auch Europas „Cold Hawaii“ ist unter den Zielen. Den Namen verdankt Klitmøller in Dänemark seinem Ruf für grandiose Wellen.

Wie Powdern auf den Wellen
Bis ich mich anspruchsvolleren Gewässern als dem Grevelingenmeer stelle, wird es wohl noch etwas dauern. In meiner dritten Stunde hebt sich das Board gerade eben so aus dem Wasser. Auch ohne den finalen Schritt ist der Spaßfaktor aber unbestritten. „Wingfoilen ist ein bisschen wie Powdern mit dem Snowboard“, findet Jelle. „Man hat nicht den direkten Kontakt mit dem Untergrund. Das fühlt sich super an, und es macht süchtig.“ Als leidenschaftlicher Snowboarder kenne ich das Gefühl nur zu gut. Diesen Flow will ich demnächst auch beim Wingfoilen erleben – sei es nah an der Heimat oder vor der Traumkulisse der Malediven.
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